Gerti Windhuber

Webansichten

Bloggerstammtisch im Presseclub

Am 24. Februar war ich zum ersten Mal beim Bloggerstammtisch im Münchner Presseclub. Der Raum ist gut gefüllt, das Thema scheint einen Nerv zu treffen. Jasmin hat bereits anschaulich geblogged was an dem Abend so diskutiert wurde.

Da bleibt mir eigentlich nur noch, ein paar Ergänzungen zusammenzuschreiben und selbstverständlich ein paar philosophische Überlegungen anzustellen, die wir dann bei nächster Gelegenheit diskutieren können.

Geld verdienen mit Blogs

Ganz schnell ist die Diskussion immer wieder beim Thema „Geld verdienen mit den Blogs“. Dabei scheiden sich die Geister ganz gewaltig. Lässt sich denn die Unabhängigkeit eines Bloggers noch glaubwürdig rüberbringen, wenn sie/er Partner einer Agentur ist. Ich meine ja, wenn man dem Blog an sich ansieht, dass das Thema eine Herzensangelegenheit ist. Und genau solche Blogs suchen die Agenturen. Das bedeutet aber auch, dass die Long Tail Themen (Herzschrittmacher zum Beispiel), es eher schwer haben in punkto Blogger Relations. Im Umkehrschluss kann vermutlich auch kein Blogger seinen Lebensunterhalt ausschließlich mit der Vermarktung eines solchen Long Tail Themas bestreiten. In diesen Fällen ist es denke ich ok, wenn Hobbyblogger sich ein paar Groschen für den Unterhalt des Blogs dazuverdienen.

Was funktioniert nicht?

Als ich wieder angefangen habe, mehr zu bloggen, habe ich mir ein paar Gruppen gesucht. Erfolgreich Bloggen und der Münchner Blogger Stammtisch sind wirklich eine Inspiration und ein Quell des Erfahrungsaustausches. Eine andere Gruppe, aus der ich inzwischen wieder ausgetreten bin, hat mich dagegen mit Beiträgen zugeschüttet. Täglich mehrfach vom neuesten Nagellack oder der neuesten Wimperntusche zu lesen überfordert mich einfach. Zudem sind die Beiträge teilweise nicht auf dem Niveau, das ich an der Stelle erwarten würde. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das Modell – Produkt gegen Beitrag nachhaltig funktioniert. Bei diesen Blogs fehlt es mir an Glaubwürdigkeit, an Spezialisierung und an Qualität.

Weitere Geschäftsmodelle für Blogger

Die Diskussion hat aber auch gezeigt, dass man einfach nur kreativ sein muss, um vielleicht nicht direkt mit dem Blog Geld zu verdienen, aber vielleicht indirekt. Von Richard Gutjahr war die Rede, der bei einem der letzten Bloggerstammtische erzählt hat, dass er sich über sein Blog eine Reputation aufgebaut hat und jetzt Geld mit Vorträgen und Seminaren verdient. Ein ähnliches Modell habe ich während meines MBA-Aufenthalts an der Columbia Universität in New York bereits 2007 kennen gelernt. Online zählt vor allem die Reputation, das gilt zum Beispiel auch für das Musikbusiness, wo Karrieren in den sozialen Netzwerken gestartet werden, weil der klassische Verkauf von CDs nicht mehr funktionieren will.

Oder man versucht, über seine Aufgaben als Social Media Manager, Webdesigner oder SEO-Spezialist zu schreiben und auf sich aufmerksam zu machen, um dann im angestammten Beruf als Freelancer tätig zu werden. Ich persönlich finde außerdem, dass mein privater Blog sich hervorragend dafür eignet, im kleinen und beschaulich Dinge auszuprobieren, bevor ich sie meinem Unternehmen vorschlage und eine Bauchlandung riskiere. Hat bisher immer super funktioniert.

 

 

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