Gerti Windhuber

Webansichten

# 167 – Das eigene Foto in einer Zeitung finden

Es ist mir relativ leicht gefallen, diesen Punkt in die Bucketlist mit aufzunehmen, denn bereits 2013 bin ich auf einem Treffen des Ausbildungsjahrgangs 1983 der Oberfinanzdirektion München im mittleren Binnenzolldienst gewesen. Nicht wundern, ich habe tatsächlich mal einen Anlauf auf die Beamtenlaufbahn gemacht, auch wenn sich das heute niemand mehr vorstellen kann, am allerwenigsten ich selber. Und so habe ich die Ausbildung nicht mal bis zum Ende durchgezogen. Umso erstaunter war ich über einen Anruf im Herbst 2012, den die Telefonzentrale meiner aktuellen Firma direkt durchstellte. Normalerweise werden wir immer vorher gefragt, ob wir das Gespräch übernehmen wollen, damit uns nicht ständig irgendwelche Versicherungsheinis die x-te Police andrehen wollen. Nicht so bei diesem Anruf an einem Montagmorgen. „Hier Pia [Nachname], ehemals [Mädchenname] – ich weiß nicht, ob Du Dich noch an mich erinnerst, aber wir haben zusammen mal eine Ausbildung beim Zoll begonnen…“, lautete die Begrüßung. Ein kleines bißchen perplex war ich schon, daber das ging schnell vorüber und natürlich hatte ich Lust, mich mit den Jungs und Mädels von damals zu treffen.

Zoll-Treffen

30 Jahre später – und kaum einer hatte sich arg verändert, zumindest optish :-).

So sehen die ehemaligen Kolleginnen und Kollegen heute aus und ich muss sagen, dass ich nur sehr selten an einem Wochenende mehr Spaß hatte. Da wurden die alten Bilder herausgekramt, auf denen man eine Dauerwelle auf dem Kopf hatte, die einem Wischmopp ähnlicher war als einer Frisur, die Zimmer im „Schloß Velen“ mit der grusligen 70er-Jahre Psycho-Tapete waren ebenso dabei wie die Geschichten, dass aus unserem ehemaligen Domizil inzwischen ein Luxushotel geworden ist und da auch mal jemand vorbei gefahren ist und den Hoteldirektor um einen Blick in sein „altes Zimmer“ gebeten hat. Da war dann aus dem Turmverlies, bei dem im Winter die außen liegende Wasserleitung der Toilettenspülung eingefroren war, dann die Hochzeitsuite geworden. Übrigens: mein Zimmer musste ich mit zwei anderen Mädels teilen. Es verbirgt sich rechts neben dem Portal hinter dem einzelnen Dachfenster auf dem Frontbild der Hotelwebseite.

Fast noch besser waren allerdings die Prospekte, mit denen für die Ausbildung geworben wurde. Da stand original „Nur der Beruf eines Pfarrers ist vielseitiger“. Es gab sehr viel zu bequatschen und die Zeit war viel zu kurz, aber wir treffen uns wieder und dazwischen hat man immer mal per Mail Kontakt. Hoch lebe die moderne Kommunikationstechnik.

Selbstverständlich gab es zum Treffen auch einen Bericht, der dann in der Mitarbeiterzeitung der OFD erschienen ist. Was Rosi geschrieben hat, könnt Ihr hier nachlesen Bericht: „Das große Treffen“.

Ganz taufrisch in die Inbox flatterte außerdem der Bericht unseres Artikel Bayernmagazin im vergangenen Dezember. Dieser ist im aktuellen Bayern-Magazin (Auflage immerhin 170.000) erschienen, natürlich wieder mit einem Gruppenfoto. Damit hat der Beitrag mehr Menschen erreicht als beispielsweise das Handelsblatt (118.000), die Mittelbayerische Zeitung (111.371) oder die Hannoversche Allgemeine (137.000) und nur knapp weniger als der Münchner Merkur (189.105). Ich finde, das kann sich sehen lassen und damit ist dieser Punkt auf jeden Fall mal abgehakt. Auch dieses Treffen war mit viel Hallo verbunden. So schöne Abende in sehr vertrauter Umgebung erlebt man selten, auch wenn die letzte Zusammenkunft 30 bzw. 34 Jahre her ist. Ich kann es jedem nur empfehlen, denn es ist sehr spannend, was aus den alten Bekannten und Freunden geworden ist und viel zu erzählen hat man sich allemal.

Gerti & Friends auf dem CD-Cover von Table for Two

Gerti & Friends auf dem CD-Cover von Table for Two

Als ich dann noch das eine oder andere Gespräch mit Freunden über die Bucketlist im Allgemeinen und diesen Punkt im Besonderen geführt habe, kamen wir noch auf ein weiteres Highlight. Es ist schon eine Weile her, da waren wir auf einem Konzert von Table for Two und wie es sich gehört war die erste Reihe die unsrige. Das Außergewöhnliche an diesem Konzert war, dass das Publikum die Playlist durch ein Voting im Vorfeld bestimmen durfte, dass während des Abends Live-Aufnahmen gemacht wurden, die dann als CD veröffentlicht werden sollten. Und klar war da auch ein Fotograf unterwegs. Aber als die CD dann fertig war staunten wir nicht schlecht, als wir uns darauf eindeutig wieder erkannten. Das Cover ist zwar etwas pixelig, aber wenn man weiß wer da sitzt, erkennt auf jeden Fall Evelyn, Elke und Klaus und Erich und Renate und – ja mich. Klar dass jeder von uns so eine CD zu Hause hat. Ich höre sie auch nach wie vor gerne und oft und freue mich immer, dass mir diese Ehre zuteil wurde.

Merke: Wer sein Foto gerne mal in einer Zeitung sehen möchte, der suche sich einen Sportverein, einen (Ex-)Arbeitgeber oder sonstige Institution mit eigener Zeitung und initiiere ein Ehemaligen-Treffen. Einfacher aber auch unspektakulärer kann man nicht in die Zeitung kommen. Um etwas wirklich Exklusives wie ein CD-Cover mit dem eigenen Bild sein Eigen nennen zu dürfen muss man schon etwas einfallsreicher sein.

 

 

 

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