Gerti Windhuber

Webansichten

Enterprise 2.0: Was ist das?

Letzte Woche war ich auf einem Vortrag der Firma Hays, eigentliche ein Recruiting Spezialist, aber das Thema „Enterprise 2.0“ hat mich interessiert. Es war wirklich gut gemacht, denn die Dienstleistungen des Unternehmens standen nicht im Vordergrund. Man hatte sich mit Dr. Willms Buhse einen externen Referenten geholt und so war wirklich Substanz hinter diesem Abend.

Für alle, denen Enterprise 2.0 nichts sagt, könnte man verkürzt zusammenfassen: Ein Unternehmen, das die Technik des Web 2.0 einsetzt und nutzt, um einen größeren Geschäftserfolg zu erzielen. Eine genauere Beschreibung gibt es bei Wikipedia.

Was noch dahinter steckt, welche Unternehmen sich besonders für den Einsatz von Web 2.0 eignen und was ich daraus gelernt habe, werde ich in den nächsten Tagen berichten.

Barcamp in München am 11. und 12. Oktober 2008

Dieses Wochenende blickt die Barcamp-Welt wieder nach München. Bereits zum zweiten Mal ist Sun Microsystems Gastgeber für das Münchner Barcamp. Ich wage mich nach meiner Premiere beim Frauen-Barcamp zum ersten Mal in die Höhle des Löwen.

Ich bin schon sehr gespannt, ob es dieses Mal genauso ablaufen wird. Auf jeden Fall freue ich mich auf spannende Vorträge und interessante Kontakte.

Weiter geht’s mit Nutzeraktivierung

Podcasting ist im anderen Raum. Hier sprechen wir über Nutzeraktivierung in Communities.

Normal gewinnt man zunächst Nutzer über verschiedene Marketingmaßnahmen. Im schlimmsten Fall melden diese sich einmal an und kommen dann nie wieder. Wie bekommt man sie dazu, sich mindestens einmal im Monat einloggen, die bewerten, die sich mit anderen vernetzen und sich ggfs. auch offline treffen.

Erfahrungen aus Groops:

  • Jeden Nutzer persönlich begrüßen (personalisierte Nachrichten)
  • Hilfestellung anbieten
  • In Dialog mit dem Nutzer treten
  • Als sich Gruppen gebindet haben, Gruppengründer angesprochen und Unterstützung angeboten
  • Treffen in Berlin, Hamburg und München veranstaltet
  • Aktive Nutzer einbinden

Bei eBay gibt es ebenfalls Stammtische, um die Kundenbindung zu stärken.

Es gibt viele Nutzer, die die neuen Tools nicht verstehen. Je mehr Tools zur Verfügung stehen, umso mehr verwirrt man die nicht Internt-affinen Nutzer.

Bei StudiVZ hat man zuerst Männer und Frauen mit besonderen Gruppen geködert. Dann wurden besonders aktive Nutzer mit dem Label „Campus Captain“ geködert. Geld ist hier eher nachrangig, Campus Captains haben stattdessen mehr Rechte, z.B. Zugang zu geschlossenen Gruppen.

Bei guteFrage.de müssen sich User registrieren, um eine Frage zu stellen. Die User dauerhaft zu halten, wird eine spannende Aufgabe. Zunächst wird mit Erklärungen, Informationen etc. gearbeitet, um die Nutzer wieder auf die Plattform zu holen. Aktive Nutzer bekommen nach einer Weile einen Reminder.

Es gibt drei Phasen: Akquisition, Activation, Action. Zunächst kann man die Nutzer über AdWords gewinnen, auch die ersten Aktionen lassen sich noch so abfangen, aber dauerhafte Aktionen gehen über Reputation.

Best Practice: Quick – wenn man sich anmeldet hat man seinen persönlichen Guide für Fragen und Antworten und bekommt von ihm noch eine persönliche E-Mail. Fragen: ist das immer der gleiche? Bekommen Frauen einen Mann und Männer eine Frau als Guide?

Feierabend.de – E-Mail mit höchstem Personalisierungsgrad, unterschrieben vom Vorstand von Feierabend.de – mit allen Kontaktdaten.

PosterUS – ohne Anmeldung kann man Dateien auf die Seite laden, diese wandelt es um und veröffentlicht es. E-Mail: xxx folgt Dir (Gründer) und hat einen Kommentar auf die Seite gepostet (statt Welcome-Mail).

Qype: durchsucht Blogs nach Erwähnung und sagt DANKE.

Experteer: Wenn ein Nutzer von einem Headhunter angepinged wird, bekommen sie eine Mail mit 2 Wochen gratis Premiumnutzerschaft. Die meisten Nutzer kaufen nach.

Im nächsten Schritt muss aber Mehrwert kommen, nur über Marketing kann man keine nachhaltige Bindung an eine Community erzielt.

Als nächstes kommt meine eigene Session zu „Sicherheit in sozialen Netzwerken“, deshalb kein Post dazu – das mache ich in aller Ruhe zu einem späteren Zeitpunkt.

Frauen-Barcamp: Session Erfolgsmessung in Social Media

Nach wirklich leckerem Mittagessen, das uns wie schon Kaffee und Häppchen von netten jungen Männern serviert wurde – ein großer Dank an Organisatoren und Sponsoren – geht es jetzt trotz Suppenkoma an die Nachmittagssessions. Ich habe mich gegen User Generated Content und für die Erfolgsmessung in Social Media entschieden.

Die Erfolgsmessung in Social Media konzentriert sich derzeit auf Website-Aufrufe, Downloads und Subscribers (RSS-Feeds oder Newsletter). Das Problem ist die Verhältnismäßigkeit. Für eine Privatperson sind 300 Aufrufe bei YouTube in einer Woche gut, für große Firma ein Armutszeugnis.

Einer der besten Tipps: Tauscht Euch mit Leuten aus, die in einer ähnlichen Situation sind. Dazu muss man erst ein Vertrauensverhältnis schaffen. Aber wer abwägt, weiß, dass die Zahlen alleine nicht aussagekräftig sind. Man muss in der Lage sein, sie zu lesen und zu interpretieren. Beispiel: Infos auf einer Website korrespondieren mit Fragen in Fernseh-Quizsendungen. Zur Sendezeit ist ein Peek abzulesen.

Wir wollen uns eher darauf konzentrieren, was Erfolg für uns bedeutet und unsere Erfahrungen austauschen. Man sollte sich die Zahlen ansehen nach folgenden Gesichtspunkten:

  • Nach Ländern
  • Feedauswertung (subscriber)
  • Nach Keywords
  • Via Suchmaschinen
  • Kaufinteresse vs. Informationsbedürfnis
  • Returning Visitor
  • Bouncing (wo springen sie wieder ab)
  • Anzahl Kommentare auf der Plattform
  • Conversion Rate erhöhen
  • Backlinks auf die Seite

Tools: Google AdWords und AdPlaner, MSN-Tool ist leider nicht für Deutschland zu haben. Anzeigen sind nicht wirkungslos, kosten aber.

Nicht alle Messungen sind auch sinnvoll und es sollte individuell entschieden werden, was gemessen werden soll. Google hat einen Dienst, bei dem man sich monatlich Statistiken zumailen lassen. Web CEO (kostenpflichtiges Tool) Ranking für Keywords. AIDE RSS – wieviel Kommentare, wieviel del.icio.us Links und Diggs man hat. Es ist durchaus möglich, diese Arbeit auszulagern. Wichtig: Robots und Feeds bereinigen. Für Deutschland kann man nur IVW-Zahlen (zählt aber nur Klickzahlen = Artikel werden über mehrere Seiten verteilt). Alexa zählt Klicks, aber nur wenn Toolbar installiert ist. Deshalb sind die Zahlen verzerrt.

Es gibt Tools, die Foren analysieren, z.B. Backtype (analsiert Kommentare). Ist neu, sollte man aber kritisch beobachten, siehe AGBs. Man sollte im Dialog mit den Entwicklern die Anforderungen definieren und entsprechende Tools finden.

Buchtipp: „Don’t make me think“

Sehr spannend ist auch, Schulungen mit neuen Nutzern, Anfängern im Netz zu machen. Das sind die Fehler, auf die man reagieren muss. Neulinge wissen auch nicht, dass Kontakt üblicherweise oben rechts oder ganz unten auf der Seite zu finden sind.

Anmerkung: Daten so feingliedrig wie möglich sammeln. Verdichten kann man später immer noch.

Offline nicht vergessen: Edgar Postkarten, Briefpapier etc. gibt es immer noch und wird es auch künftig geben. Deshalb: beides nutzen und verfolgen.

Mein erstes Barcamp

Barcamps sind eine spannende Sache: da treffen sich Menschen, die alle ein Interesse für ein bestimmtes Thema haben und organisieren eine Veranstaltung – jeder ist  nicht nur Teilnehmer, sondern auch Mitorganisator. Und ganz nebenbei kann man sich nicht nur selbst positionieren und einen wertvollen Beitrag zu einem gelungenen Tag leisten, sondern auch noch eine Menge netter Menschen mit ähnlichen Interessen kennen lernen. Solche Events wecken ja immer meinen Entdeckergeist und ich wollte schon längst mal bei einem Barcamp mitmachen, aber entweder passte das Thema nicht oder der Ort oder der Tag.

Robert Basic, dessen Blog Basic Thinking ich seit einer Weile verfolge, hat den entscheidenden Hinweis gegeben: am 30. August findet in München ein Frauen-Barcamp zu Web 2.0-Themen statt. Wenn das keine glückliche Fügung ist. Da gilt es, nicht lange nachzudenken und so habe ich mich gleich mal angemeldet und bin schon sehr gespannt, was da so auf mich zukommt.

Weitere Infos zum Barcamp.

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