Gerti Windhuber

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1 und 1 – Kapitel 2

Heute bin ich realtiv früh zu Hause und habe mich deshalb an die nächste Episode im Theater 1 und 1 gewagt – vor allem auch, weil ein Brief angekommen ist, der suggeriert, dass die Identitätsprüfung nicht klappt weil ich einen Fehler gemacht habe. Ist aber nicht so, 1 und 1 hatte einfach vergessen, ein Dokument beizufügen und das Paket musste zurück.

Ärgerlich finde ich per se, dass ich nicht als Kunde wahrgenommen werde. Ich habe ausschließlich die Möglichkeit, eine 0900-Nummer anzurufen, was natürlich extra zu Buche schlägt. Als ich diese Nummer wähle (17:25 Uhr), komme ich zunächst mal zu einem automatischen Sprachagenten, dem ich meine Kundennummer mitteilen muss, dann komme ich in ein Auswahlmenü und kaum zweimal weitergeleitet und jeweils meine Eingaben nochmal überprüft, werde ich auch schon zum passenden Kundenberater weitergeleitet, der mir dann erzählt, dass er für mich gar nicht zuständig ist und mich gleich wieder in die Warteschleife schiebt, wo mir Kaufhausmusik die (nun angeblich nicht kostenpflichtige) Wartezeit verkürzen soll und mir zwischenzeitlich immer wieder erzählt wird, dass der nächste freie Kundenberater für mich reserviert ist. Während ich das hier tippe, hänge ich immer noch in der Warteschleife. Mal sehen, was mich der Spaß am Ende kostet, wenn man alles aufrechnet: Telefonkosten, Gebühren, für’s Nicht-Surfen, während die Päckchen in der Gegend rumschicken, Fahrtzeit und Benzin zur Abholstelle in Unterschleißheim (runde 30 km) und zusätzliche Surf-Kosten auf meinem alten/anderen Vertrag, weil es gerade brennt. Vor allem aber interessiert mich, wie 1 und 1 gedenkt, die Unannehmlichkeiten und Kosten, die sie selbst verschuldet haben, zu kompensieren.

Ich warte immer noch (17:37 Uhr), eine Dame singt Du bist so nah und doch so fern… Ferngespräche, heißer Draht…

17:45 Uhr – immer noch Warteschleife. Inzwischen habe ich meine E-Mails gelesen, weil ich hier nichts mehr zu schreiben habe.

18:03 Uhr – guess what? Warteschleife. Mein Hals wird langsam steif, weil ich den Hörer zwischen Ohr und Schulter geklemmt habe. Über eine halbe Stunde für die Warteschleife, das geht ja echt fix! Habe ein paar Mails geschrieben, damit zumindest die Freunde etwas von dieser Situation haben. Ich überlege gerade, wie lange ich ihnen noch gebe. Bis 18:15? Oder nein, um 18:25 Uhr ist Schluss. Eine Stunde, mehr kann man wirklich nicht erwarten. Wer bezahlt mir das eigentlich? Ach ja, gerade fällt mir ein, dass am Samstag beim Barcamp eine Frau von 1 und 1 dabei sein wird. Den Namen muss ich mir mal raussuchen und ihr mein Problemchen schildern.

18:21 Uhr: Das hat doch nicht wirklich einen Sinn oder? Ich glaube, ich muss meinen Plan nochmal ändern. Wenn es um 18:25 Uhr noch nicht geklappt hat, versuche ich es noch einmal von vorne über das Auswahlmenü und sollte das nicht sofort klappen, geht das Post online und die URL per Mail an die Presseabteilung von 1und1. Mal sehen, was dann passiert.

18:24 Uhr: 1und 1 hat mir die Entscheidung abgenommen. Es kam der Text: Sicherheitshinweis: für diesen Service gibt es ein Zeit oder Kostenlimit – eines von beiden ist erreicht. Bitte legen Sie auf. Vermutlich ist beides erreicht und meine nächste Telefonrechnung wird mich keine Nacht mehr ruhig schlafen lassen. Also auf zum 2. Versuch. Nach Nennung der Kundennummer weiß die Dame immerhin schon, dass ich weiterverbunden werden sollte und fragt, ob sie mich nochmals verbinden soll. Aber wieder Warteschleife, allerdings ein anderer Song. Dieses Mal ohne Text, den alten kenne ich ja nach einer Stunde auch mehr als auswendig.

18:30 Uhr: Warteschleife. OKAY, DAS WAR’S…

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