Gerti Windhuber

Webansichten

Die unendliche Geschichte vom iPhone-Freisperren bei der Telekom

Oder: wie man seine Kunden wirklich nachhaltig vergrätzt…

Vor zwei Jahren habe ich mein iPhone 3G samt zugehörigem Vertrag bei der Telekom erstanden. Ich habe mich damals ganz bewusst für diesen Weg entschieden, weil ich die Umstände eines Jailbreak nicht inKauf nehmen wollte. Aber eigentlich war die Telekom noch nie der Mobilfunkanbieter meiner Wahl und es war von Anfang an klar, dass ich nach Ablauf der 2-jährigen Vertragslaufzeit auch wieder weg sein würde. Deshalb habe ich ganz korrekt 3 Monate vor Ablauf des Vertrages schriftlich gekündigt und darum gebeten, mein iPhone bei der Gelgenheit gleich freizusperren. Ich erhielt auch eine Bestätigung dieser Kündigung mit dem Hinweis, dass ich mich um die Freisperrung gesondert kümmern solle. So viel Service hatte ich auch nicht im Ernst erwartet.

1. Akt Entsperrung

Wie man dann sein iPhone korrekt entsperrt, war ein wenig rätselhaft. Ich habe mich also am 30.9. auf den Weg zum Telekom Shop gemacht. Der Mitarbeiter dort erklärte mir, dass ich die Freisperrung nur über die Servcienummer veranlassen kann. Also habe ich diese Nummer direkt angewählt und die Computeransage verriet mir, dass ich dazu irgendwelche Nummern brauche, die ich zunächst zu Hause heraussuchen musste. Dann der nächste Versuch mit allen Unterlagen bewaffnet: Leider war es inzwischen 19:15 Uhr. Um diese Zeit ist der zuständige Mitarbeiter bereits im wohlverdienten Feierabend. Alle guten Dinge sind drei, deshalb der nächste Versuch am 1. Oktober. Und tatsächlich, ich konnte die Entsperrung veranlassen – doch dann der Schock: Aufgrund des großen Andrangs könnte die Entsperrung bis zu zwei Wochen dauern und würde dann automatisch beim Aktualisieren des Telefons über iTunes aktiv.

Super – zwei Wochen ohne iPhone sind für einen Informations- und Kommunikationsjunkie wie mich ganz schön lang. Und der Ansturm kam sicher auch völlig überraschend für die Telekom. Ich bin grundsätzlich ein geduldiger Mensch und durchaus bereit Verständnis für alles Mögliche aufzubringen, wenn ich sehe, dass sich jemand Mühe gibt. Offensichtliches auf den Arm nehmen der Kunden finde ich aber alles andere als witzig.

2. Akt: Wartezeit

Während der nächsten Wochen habe ich mich also darauf beschränkt, das iPhone im Wi-Fi-Modus zu Hause zu verwenden und von Zeit zu Zeit wie mir geheißen an iTunes anzuschließen, um das Freisperr-Update nicht zu verpassen. Dann kam der Tag, an dem Apple das neue Betriebssystem angeboten hat. Ich hab’s instelliert, weil ich hoffte, dass damit auch die Freisperrung durchgeht. Das war leider nicht der Fall. Dafür hat sich das iPhone gesperrt und moniert an, eine SIM-Karte mit gültigem Lock einzulegen. Eine solche besitze ich bekanntlich nicht mehr, weil der Vertrag seit mittlerweile drei Wochen gekündigt ist. Meine gültige SIM-Karte des anderen Anbieters hat hingegen nicht das geforderte SIM-Lock. Und ohne will sich iTunes nicht mti dem iPhone synchronisieren. Da beißt sich der Hund in den eigenen Schwanz.

3. Akt Nachfrage im Telekom Shop

Also wieder zum Telekom Shop. Inzwischen bin ich vier Wochen ohne iPhone und zwei Wochen ohne meine Kontakte, meinen Kalender und alle anderen Daten – dafür bezahle ich aber die Datenflat des anderen Anbieters, ohne auch nur eine Sekunde davon nutzen zu können. Die Mitarbeiterin, die an dem Tag im Shop ist, zeigt sich sichtlich überfordert. Mein Vertrag ist bereits aus dem System gelöscht, deshalb kann sie nicht nachschauen, ob die Freisperrung bereits erfolgt ist. Aber das könnte ich selbst unter der Servicenummer 01803-1102 erledigen (ACHTUNG: die Nummer existiert überhaupt nicht – was von außerordentlicher Kompetenz im Shop zeugt). Denn hierfür benötigt man eine IMAI-Nummer, die ich glücklicherweise auf der Verpackung meines Telefons gefunden habe (nach zwei Jahren besitze ich immer noch den Karton, reife Leistung oder?). Die Nachforschung auf der Website fördert auch keine ähnliche Servicenummer zutage, deshalb bleibt wohl nur der erneute Weg in den Telekom-Shop.

4. Akt: Social Media

Parallel versuche ich auch, wie die Telekom auf ihrem Twitter-Account @Telekom_hilft agiert. Es dauert gefühlt relativ lange, aber die Mitarbeiter sind zumindest freundlich und erscheinen bemüht.

5. Akt: Letzter Versuch im Shop

Also habe ich mich heute nochmal mit allen Nummern bewaffnet Richtung Shop auf den Weg gemacht. Dort hat mich eine pampige Mitarbeiterin mit dem Hinweis abgefertigt, dass die Telekom dafür gar nicht zuständig sei und ich doch zum Apple Store am Marienplatz gehen solle. Na vielen Dank auch! Auf den Hinweis, dass ich bei jedem Mitarbeiter eine andere Auskunft bekomme, dass ich gerne wissen würde, ob mein Telefon denn inzwischen freigesperrt sei und ich zuvor eine falsche Service-Rufnummer erhalten habe, ging sie überhaupt nicht ein. Bleibt mir nur zu hoffen, dass man sich nun bei Apple für mich zuständig fühlt.

Eigentlich dachte ich ja, das wäre nicht mehr zu toppen, aber weit gefehlt.

6. Akt: Rechnung

Zu Hause angekommen, traute ich dann meinen Augen nicht: In der Post war eine Mobilfunkrechnung der Telekom für den Monat Oktober! 29 Euro soll ich dafür zahlen, dass ich mein Telefon nicht nutzen, geschweige denn die Leitungen des Anbieters verwenden kann, dafür dass ich mich mehrfach auf den Weg zum Shop gemacht habe, zu Hause mit allen möglichen Rufnummern telefoniert und Updates installiert habe und selbstverständlich auch dafür, dass ich nicht auf meine Kontakte und Termine zugreifen konnte. Das ist echt frech!

Fazit: Was tun sprach Zeus

Zunächst einmal werde ich mein Glück doch bei Apple versuchen. Wenn das nicht klappt, bleibt mir immer noch der Jailbreak (dann ärgere ich mich, dass ich das nicht von Anfang an gemacht habe). Selbstverständlich werde ich die Lastschrift der Telekom für die Oktober-Rechnung zurückbuchen lassen und eigentlich habe ich auch gute Lust, denen eine Gegenrechnung für meine Ausfälle zu schicken. Schließlich habe ich meine Zeit auch nicht gestohlen.

Liebe Telekom, und wenn ich nächstes Jahr umziehe möchte ich auch kein Festnetzkunde mehr bei Euch sein.

Virales Video

Dieses Video habe ich in einem Artikel über die besten viralen Spots gefunden. Ziemlich genial, was der Typ alles mit so einer Visitenkarte anstellt. Das sollte man mal trainieren und dann zu Wetten dass… gehen.

Dein Leben in Google

Bereits vor einiger Zeit habe ich das folgende Video einmal auf einem Vortrag gesehen und war ziemlich beeindruckt. Heute ist es mir bei der Auflistung der Top 10 Social Media Kampagnen wieder über den Weg gelaufen. Initiiert wurde das Ganze von Google und lief wohl eine Weile auch als Fernsehspot. Dort kann ich mich aber nicht erinnern, es einmal gesehen zu haben.

Was uns aber in diesem Filmchen mit der netten Hintergrundmusik noch amüsiert sollte uns eigentlich eher zu denken geben. Ist Google wirklich in der Lage, ganze Lebensphasen eines Nutzers abzubilden? Ist das ein ausgedachtes Szenario oder werden unsere Daten tatsächlich irgendwo gespeichert, ausgewertet und weiter verwendet? Falls ja, möchte ich das für meine Daten? Wie kann ich verhindern, dass solches Data Mining betrieben wird?

Vielleicht habt Ihr ja noch mehr spannende Fragen…

Wem gehören die Kontakte in Sozialen Netzwerken?

Unsere Unternehmen können sich immer weniger den sozialen Netzwerken verschließen. Aber die meisten Firmen haben noch so ihre Schwierigkeiten mit diesem Phänomen: Ich kann ja noch nachvollziehen, dass die Unternehmen die Mitarbeiter darauf hinweisen, dass alles was in Sozialen Netzwerken publiziert wird, dort dauerhaft verfügbar ist, dass sie dort keine Firmengeheimisse lesen wollen (sollte eigentlich selbstverständlich sein, sowas nicht zu posten) und dass sie darauf hinweisen, dass Mitarbeiter im Netz auch immer ein wenig den Arbeitgeber repräsentieren. Schließlich outet man sich beispielsweise bei Xing und LinkedIn auch als Mitarbeiter von XY-Firma.

Ein bißchen übertrieben finde ich es hingegen, dass einige Unternehmen es ihren Mitarbeitern am liebsten verbieten würden, Porträtbilder zum Profil hinzuzufügen. Da sollte doch wohl jeder erwachsen genug sein, hier keinen Unfug zu treiben – schon im eigenen Interesse. Den ganzen Beitrag lesen »

Schöne Idee: Wir brauchen einen Sonsttag

Samstag ist für mich immer der Tag, an dem ich gemütlich die Zeitungen der letzten Woche lese und in Magazinen blättere. Heute bin ich auf eine spannende Glosse gestoßen: das grübelt die Autorin darüber nach, dass die Woche so stressig ist, dass noch Vieles am Samstag erledigt werden muss und der Sonntag der einzige Tag des Wochenendes nicht ausreicht, um mal wieder all das zu machen, wofür das Wochenende eigentlich da ist: Lesen, sich unterhalten, gemeinsam kochen… Deshalb fordert sie einen Sonsttag, an dem keine Geschäfte offen haben und auch das Fernsehen aus ist.

Spannender Gedanke, so ein zusätzlicher freier Tag. Ich hab mal überlegt, was ich an so einem Tag machen würde. Ein bißchen Sport müsste auf jeden Fall sein und danach das Sauna-Ruheraum-Wellness-Programm. Das kommt sonst immer viel zu kurz. Und mehr lesen steht auch auf jeden Fall auf dem Plan – das kommt auch immer viel zu kurz. Kino oder Filme zu Hause schauen ist auch nicht zu verachten oder ein Spiele-Nachmittag/-Abend. Ach, es gäbe wirklich jede Menge Dinge, die in so einen Sonsttag passen würden.

Leider wird das immer ein frommer Wunsch bleiben. Schönes Wochenende!

So überleben wir die Wiesn

In der heutigen Ausgabe von München erleben (Beilage der Süddeutschen Zeitung) haben die Oktoberfest-Experten der SZ-Redaktion einige Fragen beantwortet. Ich bin zwar kein Wiesn-Experte, aber bei den Fragen kann ich vielleicht auch mithalten:

Zelt: Ganz klar das Augustiner (weil’s Tradition ist) oder Käfer.

Bier: Da ich Bier nur zu solchen Gelegenheiten trinke, habe ich mir sagen lassen, dass das Augustiner das Beste ist und drunter machen wir es nicht.

Gegen den Rausch: Muss man da tatsächlich was unternehmen? Wiesn ist doch erst witzig, wenn alle einen gewissen Pegel aufweisen.

Zum Ausnüchtern: Bei Katerrezepten muss ich leider passen, denn ich hatte noch nie einen selbigen. Ausschlafen kann aber nie schaden :-)

Wiesn-Lied: Ich bin für das gute alte “Marmorstein und Eisen bricht”, aber Dank dem Besuch der einen oder anderen Apres Ski Veranstaltung auch auf alle anderen einschlägigen Lieder geeicht.

Fahrgeschäft: Kettenkarusell, obwohl ich nicht ganz schwindelfrei bin. Der Ausblick ist einfach göttlich.

Anbandelabwehr: Ich beschäftige mich nur näher mit Leuten, die fehlerfrei und ohne Knoten in der Zunge “Oachkatzlschwoaf” sagen und eine Kurzgeschichte dazu erfinden können.

Kleidung: Ganz klar das klassische Dirndl.

Bevorzugte Tage: Keiner – am liebsten würde ich gar nicht gehen

After Wiesn: Der Löwenbräu-Keller. Da ist ein bißchen gemäßigtere Wiesn-Stimmung und die Tram vor der Türe, wenn ich ganz schnell ganz müde werde.

Wiesn-Kultur-Tipp: Kabarett im Herzkasperlzelt auf der historischen Wiesn.

So, das wär’s von meiner Seite…

Wie die Interessen der Kontakte bei Xing und Facebook doch auseinander laufen…

Diese spannende Grafik habe ich im Graffiti-Blog gefunden. Ich denke, dass es bei meinen Kontakten auf Xing und Facebook ähnlich große Differenzen gäbe, auch wenn die Themen an sich etwas anders gelagert wären. Das kann verschiedene Gründe haben:

Zum einen decken sich die Kontakte auf beiden Plattformen nicht zu 100 Prozent. Ich habe ja mal versucht, Xing für Businesskontakte und Facebook für private Kontakte zu nutzen, was gleich mal gründlich schief gegangen ist.

So ist Xing seit der Entdeckung verschiedener Gruppen mehr und mehr auch zum Organisator meiner Freizeit geworden, weil es so schön einfach ist: die Einladungen flattern in den virtuellen Briefkasten und man braucht nur rechtzeitig “hier” zu rufen. Die Events selber sind dann meist so professionell organisiert und man trifft jede Menge interessanter Menschen, die auch einfach nur Spaß haben. Da hat sich schon so mancher Geschäftskontakt zum Privatkontakt verwandelt. Und da spricht ja nichts dagegen: heutzutage verschmelzen Job und Privatleben ohnehin immer mehr. Auf der anderen Seite will man vielleicht nicht unbedingt, dass das komplette Privatleben ins Büro weitergetragen wird. Zumindest mir geht es so, dass ich gerne noch eine gewisse nicht öffentliche Rückzugsmöglichkeit brauche. Die gibt es aber nach wie vor, weil ja zum Glück nicht alle gleich Internet affin sind und ich immer noch die Freiheit besitze, einfach nichts über meine Aktivitäten im Internet zu veröffentlichen.

Inzwischen ist aus beidem ein Mischmasch geworden und ein geschickter Profiler könnte bei genauerem Hinsehen Rückschlüsse auf den Erstkontakt ziehen. Aber ist das wirklichso  interessant für Außenstehende und sollte man versuchen, diese Verbindung geheim zu halten? Es lässt höchtens das Fazit zu, dass ich kein Kontaktsammler bin und mit den meisten meiner virutellen Freunde auch schon offline mehr als zwei Sätze gewechselt habe. Insofern eher unkritisch.

Vielleicht sollte ich mal einen Vergleich der Profile meiner Kontakte ziehen, die auf beiden Plattformen vertreten sind und entsprechende Graftiken erstellen… Das wäre sicher auch aufschlussreich!

Zum anderen würde ich jetzt einfach mal ins Blaue hinein annehmen – ohne das im einzelnen überprüft zu haben – dass so mancher genau wie ich versucht hat, private Kontakte und geschäftliche zu trennen und deshalb auf Xing andere Interessen in den Mittelpunkt gestellt hat als auf Facebook.

Ich wünsche Dir Zeit!

zum Geburtstag habe ich ein Gedicht geschenkt bekommen, das sehr tief blicken lässt. Und damit ich mich immer daran erinnere und mich vielleicht auch manchmal daran halte, schreibe ich es hier auf:

Ich wünsche Dir nicht alle möglichen Gaben
Ich wünsche Dir nur, was die meisten nicht haben
Ich wünsche Dir Zeit, Dich zu freun und zu lachen
und wenn Du sie nützt, kannst Du etwas draus machen.

Ich wünsche Dir Zeit für Dein Tun und Dein Denken
nicht nru für Dich selbst, sondern auch zum Verschenken
Ich wünsche Dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche Dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben
Ich wünsche, sie möge Dir übrigbleiben
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertrauen
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schauen.

Ich wünsche Dir Zeit, nach den Sternen zu greifen
und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen
Ich wünsche Dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche Dir Zeit, zu Dir selber zu finden
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden
Ich wünsche Dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben
Ich wünsche Dir: Zeit zu haben zum Leben!

von Elli Michler

Woran merkt man, dass der Sommer endgültig vorbei ist?

Eigentlich weiß ich es ja, aber trotzdem trifft mich immer wieder fast der Schlag, wenn ich Anfang September in den Supermarkt komme und dort die Weihnachtsmänner, Lebkuchen und Christstollen in die Regale geräumt werden. So ging es mir auch heute wieder.

Als ob es nicht reichen würde, dass es nachts bereits lausig kalt ist, jetzt läutet auch die Lebensmittelindustrie bereits die Vorweihnachtszeit ein. Eigentlich sollte man den Konsumzwang noch boykottieren und aus purem Trotz nochmal eine Party mit Caipirinha und aufgeschüttetem Sand feiern…

Google Instant Suche – ein Hype wird genauer unter die Lupe genommen

Google stellt mit Instant die neue Suche vor. Instant funktioniert „nur“ auf der Google Website, nicht in den Toolbars oder ähnlichen Features und kann auch deaktiviert werden. Reicht die Wer mit Google Instant sucht, erhält Ergebnisse in Echtzeit und Vorschläge für entsprechende Suchstrings. Berücksichtigt werden bei den Vorschlägen auch die Suchvorlieben der Nutzer und deren Standort. Darüber hinaus konzentrieren sich die Vorschläge auf besonders beliebte Keywords.

Für die Nutzer ist das Tool jedenfalls sehr praktisch: ich gebe Wetter ein und erhalte als erstes Ergebnis das Wetter für München. Bei Flug = Flughafen München und auch die Anzeigen sind entsprechend für Flughafen München Reisen, Mietwagen München, München Flüge etc.

Die Vorauswahl bedient sich eines Wortfilters, um unerwünschte Inhalte nicht weiter zu pushen, so bleibt die Seite bei „fic“ leer, erst wenn man einen weiteren Buchstaben eingibt, erscheint z.B. „fiction“. Und auch die Suche nach dem Mathematiker Slutsky muss extra bestätigt werden. Bleibt die Frage: ist das ein Bug oder ein Feature?

Wer bisher eher im Long Tail gesucht hat – also Suchen aus 3 oder mehr Worten verwendete, wird jetzt sicher beim Tippen sparen wollen und die vorgegebenen Suchbegriffe verwenden, wenn sie halbwegs passend sind.

Für SEO bedeutet die Instant Suche, dass es noch wichtiger wird, ganz oben in den Suchergebnissen zu erscheinen, weil die Nutzer stärker abgelenkt werden. Dies ist für einige Begriffe jedoch fast unmöglich. Oder man konzentriert sich auf andere Bereiche: die Bild- oder Videosuche, Google-Maps, Site-Links etc. sind einige Möglichkeiten.

Problematik bei Google Adwords: wie werden die Views gewertet, die teilweise nur für Sekunden zu sehen sind? Google will daher nur die Einblendungen zählen, die länger als 3 Sekunden angezeigt werden. Bezahlt wird weiterhin ausschließlich für Klicks. Der Wert der Annoncen auf den beliebten Keywords wird zunehmen und um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen die Bids entsprechend angepasst werden.

Außerdem gibt es Mutmaßungen, dass Google mittelfristig plant, auch die Vorschlagskeywords analog zu Twitter zu vermarkten. Macht aus meiner Sicht Sinn, denn Google ist ja auch nicht die Wohlfahrt, sondern will Geld verdienen.

Insgesamt wird es für die Suchenden aber auch für die gefundenen weniger Streuverlust geben, denn wenn beim Eintippen unpassende Ergebnisse angezeigt werden, verfeinert der Nutzer, bevor er lange klickt.

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